www.templin-info.de

Templin - Fotoimpressionen aus der "Perle der Uckermark"


Ahrensdorf - Stadt Templin - Dorfrundgang

5. Ehemalige Feriensiedlung am Lübbesee

Bungalow der ehemaligen Fasanerie Bungalow

Die Grundstücke des Cafe "Doris" und des Bistro "Anco" gehörten früher zur Feriensiedlung am Lübbesee. Auf dem Grundstück des Bistros steht ein mit Reet gedeckter Bungalow, der besonders auffällt. Er steht auf dem alten Fundament der ehemalige Fasanerie, die zur Feriensiedlung gehörte. Diese Feriensiedlung wurde damals als Sommerfrischlerkolonie "Neu-Afrika" bezeichnet.

Gaststätte Anco Gasthof Anco Ehemaliges Café Doris Cafe Doris

..... Ergänzung 2006: Die Gaststätte "Anco" befindet sich in der Petersdorfer Straße neben dem Bungalowstandort und lädt zu einer Einkehr ein. Das Cafe "Doris" ist geschlossen.

In den zwanziger Jahren dieses Jahrhunderts verlor der Ort durch die Inflation seinen urspünglichen Charakter als Kolonistendorf. Bauernwirtschaften wechselten ständig den Besitzer und wurden dabei heruntergewirtschaftet. Nach der Inflation gab es viele neue Grundstücksbesitzer im Dorf, die aus allen Erdteilen, außer Australien, gekommen waren. Einer der "Neuen" Ahrensdorfer war Robert Preußner. Er hatte erkannt, daß selbst bei härtester Arbeit dem kargen Boden keine nennenswerten Erträge abzugewinnen sind, ja selbst die Kiefern nur schwer gedeihen. Alles erinnerte sehr an eine Wüstenlandschaft. An seine Zeit als Mitglied der Kaiserlichen Schutztruppe in Afrika erinnert, sowie als ehemaliger Berliner, kannte er die Bedürfnisse der Städter, in der Natur dem Streß zu entkommen. 1925 begann R. Preußner mit dem Aufbau der Feriensiedlung "Neu-Afrika". Er errichtete 7 Hütten, die in ihrer Anlage einem afrikanischen Dorf ähnelten. Diese besaßen keinen Komfort, waren aber bequem und zweckentsprechend eingerichtet.

Palaverhaus der ehemaligen Feriensiedlung Palaverhaus Badestelle der Feriensiedlung am Lübbesee Lübbesee Badestelle

Im Mittelpunkt der Anlage entstand das "Palaverhaus", der gemeinschaftliche Treffpunkt der Ferienbewohner. Wesentlich beigetragen zu dieser Idee hatte der Badestrand am Lübbesee mit seinem klaren Wasser, eine schon vorhandene Kiefemschonung, die günstige Lage zur Eisenbahnstadion und zur Chaussee, sowie die große Bewegungsfreiheit die das geschlossene Gelände bot.

..... Ergänzung 2006: Ein Teil der Feriensiedlung, auf welchem sich das Palaverhaus befindet ist heute Privatbesitz und mit einem Zaun umgeben. Das Palaverhaus kann man noch in Augenschein nehmen. Rechts an dem verlassenen Gebäude in der Petersdorfer Straße, siehe Foto zuvor "Verlassen", führt ein kleiner Weg zum Ziel. Den Weg links am Zaun entlang bis bis zum Ende der Einzäunung und weiter nach Rechts entlang. Dann erscheint das ehemalige Palaverhaus im Blickfeld.

ungenutztes Relikt der ehemaligen Feriensiedlung Verlassen Zerfall in der ehemaligen Feriensiedlung Zerfall in der ehemaligen Feriensiedlung

Die Kolonie wurde später erweitert und erhielt auch einen Ziergeflügelhof, wo unter anderem alle Arten von Nutzgeflügel gehalten wurden und eine Rehfamilie zu bewundern war. Verschiedene Pflanzenarten wurden angebaut. Dieses "Neu-Afrika" fand schnell Zuspruch bei den Berlinern, bei Handwerksburschen aus ganz Deutschland und vor allem bei den "einfachen" Leuten. Es wurde auch schnell zu einem beliebtem Ausflugsziel der Bürger des Kreises Templin. In der Nachkriegszeit bis 1989 erholten sich dort jährlich tausende Kinder aus ganz Europa. Die Siedlung, die in Vorwendezeiten den Leuna-Werken gehörte und jetzt von der BVVG verwaltet wird, ist geschlossen und verfällt.