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Templin - Fotoimpressionen aus der "Perle der Uckermark"


Aus der Chronik Chronik Annenwalde

Im Jahre 1753 wurde auf der wüsten Feldmark von Densow eine Porzellanfabrik und Grüne Glashütte errichtet. Die erste schriftliche Erwähnung von Annenwalde erfolgte am 15. Januar 1754. Im Frühjahr des gleichen Jahres wurde mit dem Bau von Häusern zur Ansiedlung von ausländischen Glasmacherfamilien aus Franken, der Pfalz oder Mecklenburg begonnen. Bei Grabungen zum Bau der Häuser wurden Spuren einer früheren Besiedlung gefunden.

Das fertiggestellte Dorf bekam zu Ehren seiner Miterbauerin, der Frau Amtsrätin Anne Margarethe Zimmermann, und weil es im Walde angelegt war, den Namen Annenwalde. In den erbauten, zum Teil recht kleinen Häuschen, wohnten 24 Glasmacher, Holzschläger und andere Arbeitsleute. Mit den Wohnhäusern wurde auch ein Schul- und Küsterhaus erbaut.

So gehörten zum Erbzinsgut Annenwalde im Jahre 1772: 26 Hausleutefamilien, 1198 Morgen Acker, 235 Morgen Wiese, 4 Morgen Garten sowie 140 Stück Rindvieh und 800 Schafe.

In der königlich-preußischen Glasmanufaktur Annenwalde wurden Grünglasflaschen hergestellt und über den Fluss Havel bis weit über die Grenzen Preußens hinaus verschifft. Bis 1865 wurde für gut 110 Jahre lang Glas in Annenwalde produziert. Dann verschwand dieses alte Handwerk vorerst aus der Region. 1995 wurde der Verein Glashütte Annenwalde gegründet und seit dem Jahr 2000 ist das traditionelle Glasmacherhandwerk wieder im Ort zurückgekehrt.

Ein Gut Annenwalde wurde im Jahre 1754 von Johann Friedrich Zimmermann gegründet. Das Gut führte ein Eigendasein in der Gemeinde. Erst 1930 wurde das Gut in die Gemeinde eingegliedert. 1931 wurde das Gut geteilt, das Vorwerk auf der Röddeliner Gemarkung (150 Hektar) wurde eine selbsständige Wirtschaft, das Restgut teilte sich in Wirtschaftsgut und Jagdgut.

Zum Jagdgut gehörte das Herrenhaus und vor allem Waldflächen. Das Wirtschaftsgut umfaßte den Wirtschaftshof mit den Stallanlagen, Scheunen und nicht ganz 100 Hektar Feld-, Weiden- und Wiesenflächen. 1936 wurde das Wirtschaftsgut von Herrn Wilhelm Weitkamp gekauft und Landwirtschaft sowie eine Traberzucht betrieben.

Im Jahr 1953 verließ die Familie Weitkamp die DDR und siedelte in die BRD über. Die Stallanlagen und Scheunen wurden durch die gegründete LPG "Befreite Erde" genutzt. Nach der Wiedervereinigung kehrte die Familie nach Annenwalde zurück und erhielt ihr Eigentum wieder. Es wurde wieder eine Gestüt mit Traberzucht aufgebaut.

Quellenangabe: Faltblatt "Gemeinde Densow und Annenwalde" vom Fremdenverein Templin e.V. (1995)

Geschichte des Ortes Annenwalde (OT Densow) auf der Seite der: Stadt Templin