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Templin - Fotoimpressionen aus der "Perle der Uckermark"


Bebersee - Stadt Templin - Dorfrundgang

1. Dorfleben

Ortseingang aus Richtung L 100 Ortseingang aus Richtung L 100

Bebersee war früher unterteilt in zwei Dorfenden: in den Dorfteil an der Windmühle, dem Mühlenende oder "Mölingang", in den Dorfteil an der Schule und dem Oberen Ende oder "dat Boben Enn". In einer Zeit des langsamen Aufblühens der Wirtschaft auf dem Lande, brach 1825 eine große Brandkatastrophe über Bebersee herein. Fünf der mit Stroh gedeckten Häuser der bäuerlichen Wirtschaften brannten ab. Die häufigste Brandursache war Blitzschlag. Zwei Kinder kamen bei den Bränden um, als sie versuchten, den Schmalztopf der Familie (ein wertvolles Gut in damaliger Zeit) zu retten. Auch in nachfolgenden Jahren gab es immer wieder einzelne Brände, der letzte war 1963.

L 100 in Höhe Abzweig nach Bebersee Chaussee in Höhe Abzweig nach Bebersee

Auf Anregung Friedrichs von Armim begann 1827 der Ausbau der ehemaligen preußischen Heeresstraße Berlin-Prenzlau-Stettin als Chaussee. Sie führte über Groß -Schönebeck in Richtung Gollin an Bebersee vorbei und ist heute als B 109 bekannt. Dieser Straßenbau brachte für viele Einwohner von Bebersee für lange Zeit einen festen Arbeitsplatz.
Ergänzung 2006: Der Verlauf der B 109 wurde geändert. Jetzt ist es die L 100.

Bäckerlinie von Gollin nach Bebersee Bäckerlinie Gollin-Bebersee

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts belieferten die Groß-Döllner Bäcker Bebersee mit Backwaren. Später übernahm das ein Bäcker aus Gollin. Jeden Mittwoch und Sonnabend stand der Bäcker vor dem Dorfkrug und bot seine Erzeugnisse an, bevor er mit seinem Pferd und Planwagen weiter nach Groß-Väter führ, um dort die Leute zu beliefern. Ende der sechziger Jahre wurde die sogenannte "Bäckerlinie" eingestellt. Ein letztes Stück Dorfromantik ging zu Ende. In der Zeit bis 1945 kam regelmäßig ein Fleischer aus Kurtschlag mit seinem Lieferwagen ins Dorf. Im Saal des Hauses Nr. 20 erfolgte dann der Fleischverkauf.

Ab 1936 beanspruchte Herrmann Göring das gesamte Gebiet und die nähere Umgebung an dem Großen-Döllnsee. Bebersee und Groß-Väter sollten aus diesem Grund umgesiedelt werden. Die durch die enormen Kriegsaufwendungen gesetzten Prioritäten verhinderten jedoch, daß die Orte verschwanden. Die Umsiedlungspläne Görings, aber auch Geldmangel der Einwohner trugen dazu bei, daß Bebersee erst Ende der dreißiger Jahre elektrisches Licht bekam.

Domizil in Bebersee Domizil in Bebersee

1948 feierte der Ort sein 200-jähriges Bestehen und Erntefest mit einem großen traditionellen Festumzug. Nach 1945 verließen immer mehr junge Leute das Dorf und zogen in die Städte. Viele verkauften die Häuser ihrer Vorfahren an Berliner Familien, die hier Ihren Zweit- oder Hauptwohnsitz einrichteten. Inzwischen ist aus Bebersee ein Urlauberdorf für vorwiegend Berliner Bürger geworden.