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Templin - Fotoimpressionen aus der "Perle der Uckermark"


Bebersee - Stadt Templin - Dorfrundgang

7. Historische Häuser

Historische Häuser, Haus 1 Historische Häuser, Haus 1

Viele der 31 Wohngebäude in Bebersee sind historische Häuser und Nebengebäude, die unter Denkmalschutz stehen. Jedes einzelne Gebäude schreibt ein Stück Geschichte des Dorfes. Stellvertretend für alle sollen hier einige erwähnt werden, die besonders prägend in die Dorfgeschichte eingegangen sind. Das Haus Nr. 1 ist um 1860 von Phillip Christians für seinen Sohn Hermann, der Müller gelernt hatte, erbaut worden. Dieser erhielt von seinem Vater Land am Bleisee, auf dem er in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Windmühle erbaute. Nachdem die Windmühle nicht mehr genutzt wurde, erwarb der Schriftsteller Herbert Kluge Hof und Mühle, in der er eine Dichterstube einrichten wollte. 1937 ließ er die Mühle sprengen und verkaufte das noch zu verwendende Bauholz.

Haus 13 Historische Häuser, Haus 13 Historische Häuser, Haus 3 Historische Häuser, Haus 3

Im Haus Nr. 3 war Fritz Baumann um 1840 erster Bewohner. Sein Vater, ein ehemaliger "Pfälzer" der es für ihn erbaut hat, wohnte im Haus Nr. 4. Das Haus Nr. 3 war auch der erste Krug im Dorf und wird heute noch als Kossätenhaus bezeichnet. Kossäten waren Bauern ohne oder mit geringem Landbesitz. Sie besaßen nur soviel, daß es zur eigenen Versorgung reichte. Im ehemaligen sogenannten Schäferhaus, Haus Nr. 13, dem heute wohl ältesten Haus des Ortes, wohnte der Schäfer Nimmergut. Ab dem Jahre 1910 wohnte hier der Kalitenmacher Karl Deufrains. Kaliten waren damals weit verbreitet und dienten der arbeitenden Bevölkerung, besonders den Wald- und Landarbeitern als Proviantkorb.

Historische Häuser, Haus 16 Historische Häuser, Haus 16

Das Haus Nr. 16, 1748 von dem "Pfälzer" Johann Georg Christians übernommen, ist 1825 abgebrannt. Nach dem Neuaufbau hat sein Sohn Johann Anton in Erbfolge in diesem gewohnt. Das ehemalige Bauerngehöft Christians/Makel wurde noch bis um 1960 von direkten Nachkommen des "Pfälzers" Christians bewirtschaftet. Als erster Besitzer des Hofes Haus Nr. 18 wird Johann Peter Eßling genannt. Der Großbrand 1825 zerstörte das Haus völlig. In für damalige Verhältnisse kurzer Zeit war es schon 1830 wieder neu aufgebaut. Die Familie Eßling betrieb die Bauernwirtschaft bis 1929 und zog dann nach Berlin.

Historische Häuser,Haus 20 Historische Häuser, Haus 20 Historische Häuser,Haus 22 Historische Häuser, Haus 22

Wann genau das Haus Nr. 20 erbaut wurde, ist nicht bekannt. Um die Jahrhundertwende verkaufte Wilhelm Baumann sein Grundstück am Seeberg Nr. 3 und übernahm das Grundstück Nr. 20. Dort errichtete er die neue Gastwirtschaft mit Saal, sowie eine Lebensmittel- und Materialwarenhandlung. Der nicht mehr vorhandene Vorbau dieses Hauses wurde mit Material vom Alten Döllnkrug, der um die Jahrhundertwende abgerissen wurde, erbaut. Nach dem zweiten Weltkrieg diente der Saal einmal wöchentlich als Konsumverkaufsstelle. Im Haus Nr. 22 wohnte um 1800 der Bauer Markgraf. Er war einer der ersten Bewohner von Bebersee. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm das Anwesen der ehemalige Major von Seeler, der noch die Herstellung von Teer und Terpentin aus Holz beherrschte und ausübte.

Hof-Galerie Bebersee Hof-Galerie Bebersee Bild auf der Staffelei im Hof der Galerie Bebersee Bild auf Staffelei

Das Haus Nr. 23 soll 1908 vom Zimmermann Wilhelm Braasch erbaut worden sein. Nach 1945 waren hier Umsiedlerfamilien untergebracht. Heute betreibt Frau Britta Bastian mit ihrem Lebensgefährten Herrn Ugowski auf dem Grundstück eine Sommergalerie mit Landschaftsbildem der Umgebung. Auch andere interessante Bilder, Pastelle, Plastiken und Keramikerzeugnisse sind zu bewundern.

Historische Häuser,Haus 25 Historische Häuser, Haus 25

Der Erbauer des Hauses Nr.25 ist unbekannt. 1910 wird als Bewohner der Viehhändler und Hausschlächter Otto Kumm erwähnt. Seit 1968 wohnt der Karikaturist Heinz Jankofsky aus Berlin auf dem Grundstück. Herr Jankofsky ist mit seinen Zeichnungen besonders in der Neuen Berliner Illustrierten, die in der DDR erschien, bekannt geworden. Heute sind seine Zeichnungen in der Zeitschrift Eulenspiegel, in der Super-Illu und anderen zu sehen.
..... Ergänzung 2006: Das Haus 25 hat inzwischen andere Bewohner. Herr Jankofsky ist 2002 verstorben.