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Templin - Fotoimpressionen aus der "Perle der Uckermark"


Bebersee - Stadt Templin - Dorfrundgang

5. Landwirtschaft

Brüderhaus 18 Brüderhaus

Die Landwirtschaft in Bebersee hatte mit vielfältigen Schwierigkeiten zu tun. Der karge Sandboden ließ nicht viel gedeihen. In trockenen Jahren war es besonders schlimm, es gab nur magere Ernten. Zur Aussaat kamen in damaliger Zeit vorwiegend Roggen, Hafer, Kartoffeln, nur selten Gerste und als Besonderheit im Kreisgebiet Templin Buchweizen. In Niederungen und vor allem in Gärten wurden verschiedene Kohl-, und Rübensorten angebaut. Die gelben Rüben (Kohlrüben, Steckrüben) werden in der Uckermark noch heute als Wrucken bezeichnet.

Stallanlage 18 Stallanlage

Aus den Wrucken wird eines der ältesten Gerichte der Uckermark, der Wruckeneintopf, zubereitet. Die Getreideernte brachte in der Regel nur das Vierfache der Aussaat. Auf besseren Böden war das Zehnfache und mehr normal. In den Jahren 1750-53 war die Getreideernte durch die plötzlich besonders stark auftretenden Heuschreckenplagen gefährdet. Sogar königliche Verordnungen wurden diesbezüglich erlassen, um die Ernten zu retten. Ob es im Winter genug zu Essen gab oder gehungert wurde hing von der Ernte ab. Erschwerend war, daß die Felder von Bebersee weit in der Gemarkung, teilweise fast 5 km in Richtung Groß-Dölln und bis nach Vietmannsdorf, verteilt waren.

Brüderhaus 16 Brüderhaus

Eine Besonderheit sind die sogenannten Brüderhäuser, die in Bebersee erbaut wurden. Die Bauern vererbten in der Regel dem Erstgeborenen Sohn den Familienhof. Für alle nachfolgenden Söhne wurde, immer für zwei Brüder zusammen, ein Haus gebaut. Beide Familien hatten nur eine Hofauffahrt, aber jede eine eigene sogenannte "Schwarze Küche" mit einem offenen Schornstein zum Himmel, in dem auch geräuchert wurde.

Stallanlage 16 Stallanlage

Mehrere Bauernhöfe gab es im 19./20. Jahrhundert in Bebersee. Diese waren der Webersche Hof, Fink, Makel und Essling. Die Bauern Christians und Makel, Haus Nr. 16, hatten die ersten landwirtschaftlichen Maschinen im Dorf, einen Mähbinder und einen Heuwender.
..... Ergänzung 2006: Landwirtschaft wird heute in Bebersee nicht mehr betrieben.