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Templin - Fotoimpressionen aus der "Perle der Uckermark"


Bebersee - Stadt Templin - Dorfrundgang

6. Wald

Waldweide zwischen Gollin und Bebersee Waldweide

Dem Wald kam immer eine ganz besondere Rolle bei der Entwicklung des Ortes zu. Die Einwohner von Bebersee versorgten sich in den Anfangsjahrzehnten von den Produkten der Felder und aus dem Wald. Haustiere wurden in den Wald auf die sogenannte "Waldweide" getrieben. Die Einwohner waren zum Teil in den Sommermonaten Maurer auf Berliner Baustellen, Binnenschiffer auf Märkischen Wasserstraßen, Straßenbauer oder gingen anderen Saison- geschäften nach. In den Wintermonaten waren sie vorwiegend als Waldarbeiter im Reiersdorfschen Revier tätig.

Kiefernwald Kiefernwald

Früher war es etwas besonderes, im Wald zu arbeiten. Die Waldarbeiter mußten einen Eid leisten, in dem sie laut Eidesformel verpflichtet wurden, "...keinen nicht angewiesenen Baum zu fällen, diesen so dicht wie möglich über der Erde abzusägen, kein Holz zu entwenden, keine Karre in den Wald mitzunehmen, sich nur mit dem erhaltenen Lohn zu begnügen, auf andere Holzhauer diesbezüglich zu achten, zur Bestrafung anzuzeigen und sich so zu betragen, wie es einem getreuen und redlichen Holzhauer zukam...". Holz hatte früher eine vielfältige Verwendung, so wurden Bauholz und Holzkohle hergestellt, das Teerschwelen praktiziert und Pottasche als Ausgangsstoff für die Glasherstellung gewonnen. Als es noch keinen Zucker aus Rüben gab, der erst 1810 durch Achart entdeckt wurde, war der sogenannte "Heidehonig ", den die Bienen aus den Blütenständen verschiedener Laubbaumarten erzeugten, sehr begehrt.

Am Weg von Bebersee nach Groß-Väter sind noch Reste des ehemaligen Bahndammes der sogenannten "Waldbahn" zu erkennen. Die Waldbahn sollte das Holzflößen auf dem Dölinfließ ablösen und dem erhöhten Holzbedarf um die Jahrhunderwende durch höhere Leistung gerecht werden. Wahrscheinlich ist die Waldbahn in der 30'er Jahren durch den Beginn der Weltwirtschaftskrise wieder eingestellt worden.